

Bruno der Dachs saß unter einem Baum. Er trug seinen gelben Regenmantel und seinen Weidenkorb. "Ich bin so tollpatschig", seufzte er. "Wenn ich laufe, stolpere ich. Wenn ich springe, falle ich hin." Bruno beobachtete einen Schmetterling, der elegant durch die Luft tanzte. "So leicht möchte ich auch sein", wünschte sich Bruno traurig.

Am Nachmittag sah Bruno die Eichhörnchen. Sie hüpften von Ast zu Ast. "Schaut, wie flink wir sind!", riefen sie. Dann kamen die Hasen vorbei. Sie sprangen im Kreis herum. "Tanzen macht so viel Spaß!", lachten sie. Bruno versuchte mitzumachen, aber er kam nicht mit. Traurig setzte er sich wieder hin.

"Ich kann das auch!", sagte Bruno zu sich selbst. Er stellte seinen Korb ab und versuchte zu hüpfen. Bumms! Er landete auf dem Po. Er versuchte zu drehen. Schwupp! Er wurde ganz schwindelig. "Es klappt einfach nicht", murmelte Bruno enttäuscht. Er zog seinen Regenmantel zurecht und seufzte laut.

Die Sonne ging langsam unter. Der Wald wurde ruhiger. Bruno saß noch immer unter seinem Baum. "Vielleicht bin ich einfach nicht zum Tanzen gemacht", dachte er. Ein sanfter Wind wehte durch die Blätter. Bruno schloss die Augen und lauschte. Die Blätter raschelten wie leise Musik. Das klang so friedlich.

Plötzlich sah Bruno kleine Lichter. Es waren Glühwürmchen! Sie schwebten um ihn herum. "Hallo Bruno", piepsten sie. "Warum bist du so traurig?" Bruno erzählte ihnen von seinem Problem. "Ich kann nicht tanzen. Ich bin zu ungeschickt." Die Glühwürmchen leuchteten heller. "Vielleicht können wir dir helfen!", sagten sie fröhlich.

"Tanzen beginnt mit dem Zuhören", erklärten die Glühwürmchen. "Hörst du den Wind?" Bruno nickte. "Er pustet sanft durch die Bäume." Die Glühwürmchen schwebten im Rhythmus des Windes. "Bewege einfach deine Pfote so", zeigten sie. Bruno bewegte vorsichtig seine Pfote. Links, rechts, links, rechts. "Das fühlt sich gut an!", staunte Bruno.

Die Glühwürmchen leuchteten zu einem langsamen Takt. "Jetzt wiege dich hin und her", schlugen sie vor. Bruno stand auf. Er wiegte sich sanft von einer Seite zur anderen. Es fühlte sich natürlich an! "Ich mache es!", rief Bruno glücklich. Die Glühwürmchen jubelten. "Siehst du? Du kannst tanzen!" Bruno lächelte breit.

"Jeder hat seinen eigenen Tanzstil", erklärten die Glühwürmchen. "Du musst nicht hüpfen wie die Hasen." Bruno dachte nach. Er stampfte sanft mit den Füßen. Er schwenkte seinen Regenmantel. Er drehte seinen Korb. Das war Brunos Tanz! Langsam, aber wunderschön. Die Glühwürmchen umkreisten ihn bewundernd. "Perfekt!", riefen sie.

Jeden Abend übte Bruno nun. Die Glühwürmchen kamen ihn besuchen. Sie leuchteten für ihn und machten Musik. Bruno bewegte sich im Rhythmus des Windes. Manchmal langsam, manchmal etwas schneller. Er fühlte sich nicht mehr ungeschickt. "Ich bin ein tanzender Dachs!", lachte Bruno. Das machte ihm großen Spaß.

Eines Abends kamen die Eichhörnchen vorbei. "Was machst du da, Bruno?", fragten sie neugierig. "Ich tanze!", antwortete Bruno stolz. Die Hasen kamen auch. Sie staunten. "Das sieht toll aus!", sagten sie. "Ganz anders als unser Tanzen, aber wunderschön!" Bruno fühlte sich glücklich. Endlich verstand er es.

"Zeig uns mehr!", baten die Tiere. Bruno stellte sich in die Mitte. Die Glühwürmchen leuchteten hell. Der Wind spielte seine Melodie. Bruno tanzte seinen eigenen Tanz. Er stampfte sanft. Er wiegte sich im Wind. Alle Tiere applaudierten. "Bravo, Bruno!", riefen sie begeistert. Bruno verbeugte sich glücklich.

Nun wusste Bruno etwas Wichtiges. Jeder ist auf seine Weise besonders. Man muss nicht wie andere sein. "Danke, liebe Glühwürmchen", sagte Bruno. "Ihr habt mir gezeigt, dass ich tanzen kann!" Die Glühwürmchen leuchteten warm. "Du hast es selbst entdeckt, Bruno." Bruno nahm seinen Korb und tanzte nach Hause. Er war glücklich.