

Pickel der Igel lag in seinem Bett und schaute zur Decke. Er drehte sich hin und her, aber der Schlaf kam nicht. Draußen schien der volle Mond hell durch sein Fenster. "Ich kann einfach nicht einschlafen", seufzte er und zog seinen blauen Schal fester. "Vielleicht geht es anderen auch so." Pickel stand auf und bekam eine wunderbare Idee. "Ein Nachtpicknick auf der Mondlichtwiese!", rief er fröhlich.

Pickel schrieb kleine Einladungen auf Blätter. "Liebes Freund, kannst du auch nicht schlafen? Komm zum Nachtpicknick!", stand darauf. Er lief durch den Wald und steckte die Einladungen in Baumhöhlen und unter Türen. Der Mond leuchtete ihm den Weg. Sein blauer Schal flatterte im Wind. "Hoffentlich kommen viele", dachte er aufgeregt. Dann eilte er zurück, um alles vorzubereiten.

Pickel sammelte Beeren, Nüsse und frisches Brot. Er packte eine weiche Decke und stellte Laternen bereit. "Das wird das schönste Picknick", sang er leise. Die Mondlichtwiese lag am Waldrand, wo das Gras silbern glänzte. Pickel breitete alles sorgfältig aus. Die Sterne funkelten am Himmel. "Jetzt muss ich nur noch warten", flüsterte er gespannt und setzte sich hin.

Rascheln im Gras ließ Pickel aufhorchen. Eine kleine Maus kam aus dem Schatten gehüpft. "Ich bin Mina und konnte nicht schlafen", piepste sie schüchtern. Pickel strahlte. "Wie schön, dass du gekommen bist!", rief er und bot ihr Beeren an. Mina setzte sich auf die Decke. "Die Nacht ist so hell und schön", sagte sie staunend. Gemeinsam schauten sie zu den Sternen.

Bald kamen mehr Tiere zur Wiese. Ein Eichhörnchen namens Nils kletterte vom Baum. "Ich war auch wach!", rief er fröhlich. Dann hoppelte Hase Emil heran, gefolgt von Eule Olga. "Was für eine herrliche Idee", hoote Olga. Alle setzten sich im Kreis. Pickel verteilte das Essen. "Wie schön, dass wir alle zusammen sind", sagte er glücklich. Die Mondlichtwiese wurde lebendig.

"Lasst uns Geschichten erzählen", schlug Mina vor. Emil der Hase begann: "Einmal habe ich einen tanzenden Schmetterling gesehen." Alle lauschten gespannt. Nils erzählte von einem versteckten Nussbaum. Olga die Eule berichtete von ihren nächtlichen Flügen. Pickel hörte begeistert zu. "Jede Geschichte ist wie ein kleiner Schatz", sagte er und sein blauer Scarf leuchtete im Mondlicht. Alle nickten zustimmend.

"Wollen wir ein Spiel spielen?", fragte Nils aufgeregt. "Lasst uns Schatten-Raten spielen!", schlug Emil vor. Die Tiere stellten sich vor die Laternen und machten lustige Figuren mit ihren Händen und Pfoten. Pickel formte einen Vogel, Mina einen Baum. Alle lachten fröhlich. "Das macht so viel Spaß", kicherte Olga. Die Schatten tanzten über die Wiese wie Geister.

Olga begann leise zu singen. Ihre Stimme klang sanft und melodisch. "Der Mond scheint hell, die Sterne funkeln, wir Freunde sind zusammen, und niemand muss munkeln." Alle stimmten ein. Pickel summte die Melodie. Mina pfiff leise mit. Das Lied schwebte über die Wiese und durch den Wald. Andere Tiere hörten zu. "Musik verbindet uns alle", flüsterte Emil zufrieden.

Plötzlich rief Mina: "Seht! Eine Sternschnuppe!" Alle schauten nach oben. Ein heller Streifen zog über den Himmel. "Schnell, wünscht euch etwas!", rief Pickel aufgeregt. Alle schlossen die Augen und wünschten sich still etwas Schönes. Emil wünschte sich mehr Freunde. Mina wünschte sich Mut. Pickel wünschte sich viele weitere Nächte wie diese. "Das war magisch", hauchte Nils.

Nach einer Weile bemerkten die Freunde, dass ihre Augen schwer wurden. "Ich glaube, ich werde langsam müde", gähnte Mina leise. Emil nickte schläfrig. Selbst Olga, die nachts sonst so munter war, blinzelte träge. Pickel lächelte zufrieden. "Das Picknick hat uns allen gutgetan", sagte er sanft. Die Freunde kuschelten sich näher zusammen auf der warmen Decke unter dem Sternenhimmel.

"Ich glaube, es ist Zeit nach Hause zu gehen", sagte Olga leise. Die Freunde standen langsam auf und halfen Pickel beim Aufräumen. "Danke für diesen wunderbaren Abend", sagte Nils. Jeder umarmte Pickel herzlich. "Können wir das bald wieder machen?", fragte Emil hoffnungsvoll. Pickel nickte fröhlich. "Immer wenn jemand nicht schlafen kann", versprach er. Dann verabschiedeten sich alle.

Pickel ging zurück zu seinem Häuschen. Sein blauer Schal war voller Grashalme und Blütenblätter. Er fühlte sich glücklich und zufrieden. Endlich legte er sich ins Bett. "Was für eine schöne Nacht", murmelte er. Diesmal schloss er die Augen und schlief sofort ein. Er träumte von seinen Freunden und der Mondlichtwiese. Draußen leuchtete der Mond weiter, aber Pickel schlummerte friedlich.
--:--
--:--
0/12