

Pickel der Igel spazierte durch den Wald. Plötzlich sah er etwas Weißes auf dem Boden. Es war ein Brief auf Birkenrinde! "Wie spannend!", rief Pickel. Er hob den Brief vorsichtig auf. Darauf stand nur ein Name: Herr Dachs. Aber wo wohnte Herr Dachs? Pickel wickelte seinen blauen Schal fester. "Ich werde diesen Brief zustellen!", versprach er sich selbst. So begann sein großes Abenteuer.

Pickel wanderte zum Eichenbaum. Dort traf er Frau Eichhörnchen. "Kennst du Herr Dachs?", fragte Pickel höflich. Frau Eichhörnchen kratzte sich am Kopf. "Herr Dachs? Hmm, versuche es beim Fluss!", antwortete sie. "Danke!", rief Pickel fröhlich. Er hüpfte den Pfad hinunter. Der Brief war sicher in seiner Tasche verstaut. Bald würde er Herr Dachs finden! Die Sonne schien warm auf seinen Rücken.

Am Fluss planschte ein Frosch im Wasser. "Hallo!", rief Pickel. "Kennst du Herr Dachs?" Der Frosch quakte laut. "Herr Dachs wohnt nicht hier. Frage die Eule im alten Baum!", sagte der Frosch. Pickel nickte dankbar. Er folgte dem Fluss stromaufwärts. Die Suche war schwieriger als gedacht. Aber Pickel gab nicht auf. Er musste den Brief zustellen!

Im hohlen Baum fand Pickel die Eule. Sie schlief noch. "Entschuldigung!", flüsterte Pickel leise. Die Eule öffnete ein Auge. "Was möchtest du, kleiner Igel?", fragte sie müde. "Ich suche Herr Dachs!", erklärte Pickel. Die Eule dachte nach. "Herr Dachs wohnt beim Hügel. Gehe nach Westen!", riet sie. Pickel bedankte sich herzlich. Endlich eine richtige Wegbeschreibung!

Pickel kletterte den Hügel hinauf. Es war anstrengend für seine kurzen Beine. "Ich schaffe das!", sagte er zu sich selbst. Oben angekommen, sah er viele Höhlen. Welche gehörte Herr Dachs? Ein Hase hoppelte vorbei. "Herr Dachs? Die dritte Höhle rechts!", rief der Hase. Pickel atmete erleichtert auf. Fast am Ziel! Sein blauer Schal flatterte im Wind.

Pickel stand vor der dritten Höhle. Sein Herz klopfte aufgeregt. Er klopfte an einen Stein am Eingang. "Herr Dachs? Sind Sie da?", rief er. Nichts passierte. Pickel wartete geduldig. Vielleicht war niemand zu Hause? Er klopfte erneut, diesmal lauter. "Einen Moment!", ertönte eine tiefe Stimme von innen. Die Höhle war dunkel und geheimnisvoll.

Ein großer Dachs kam aus der Höhle. Er sah freundlich aus. "Wer bist du, kleiner Igel?", fragte Herr Dachs. Pickel zeigte seinen blauen Schal stolz. "Ich bin Pickel! Ich habe einen Brief für Sie!", erklärte er. Herr Dachs staunte. "Einen Brief? Für mich?" Pickel nickte eifrig. Er holte die Birkenrinde hervor. Herr Dachs nahm den Brief vorsichtig entgegen.

Herr Dachs öffnete den Brief langsam. Seine Augen wurden groß. "Das ist von meiner alten Freundin, Frau Fuchs!", rief er glücklich. Pickel lächelte breit. "Sie lädt mich zum Geburtstagsfest ein!", las Herr Dachs vor. "Morgen am Nachmittag!" Pickel freute sich mit ihm. "Ich hätte es nie erfahren ohne dich!", sagte Herr Dachs dankbar. Er drückte Pickels Pfote.

"Du musst müde sein von der langen Suche", sagte Herr Dachs. Er lud Pickel zum Tee ein. In der Höhle war es gemütlich und warm. Herr Dachs servierte Honigkekse. "Die sind köstlich!", rief Pickel begeistert. Sie plauderten über Pickels Abenteuer. Herr Dachs lachte über die Geschichte mit dem Frosch. "Du bist sehr mutig!", lobte er.

"Möchtest du mich zum Fest begleiten?", fragte Herr Dachs. Pickel strahlte vor Freude. "Wirklich? Das wäre wunderbar!", antwortete er. Herr Dachs nickte. "Ohne dich hätte ich die Einladung nie bekommen!" Sie beschlossen, gemeinsam zu gehen. Pickel konnte kaum erwarten. Ein richtiges Geburtstagsfest! Sein blauer Schal würde perfekt dazu passen. Was für ein aufregender Tag!

Am nächsten Tag gingen sie zu Frau Fuchs. Viele Tiere waren schon da. "Herr Dachs! Du bist gekommen!", rief Frau Fuchs glücklich. Sie umarmte ihren alten Freund. "Dank diesem mutigen Igel!", sagte Herr Dachs. Er stellte Pickel vor. Alle klatschten für Pickel. Es gab Kuchen, Spiele und Musik. Pickel tanzte mit den anderen Tieren. Es war das schönste Fest!

Am Abend wanderte Pickel nach Hause. Sein blauer Schal war ein bisschen schmutzig. Aber er war überglücklich. Er hatte neue Freunde gefunden! Herr Dachs und Frau Fuchs winkten ihm nach. "Besuche uns bald wieder!", riefen sie. Pickel versprach es. Er hatte gelernt: Kleine Taten können Großes bewirken. Der Brief hatte ein wunderbares Abenteuer gebracht. Und er war der Held!
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