

Willi die Waldbiene flog durch den Morgennebel. Plötzlich sah er etwas Wunderschönes. Goldene Staubkörnchen tanzten in der Luft! Sie funkelten im Sonnenlicht wie kleine Sterne. "Was ist das?", fragte Willi aufgeregt. Die Körnchen wirbelten um ihn herum. Willi versuchte, sie mit seinen Flügeln zu fangen. Aber sie waren so leicht und flogen davon. "Ich muss mehr darüber lernen!", rief Willi.

Willi flog zum großen Bienenstock. Dort fand er Berta, die älteste Biene. "Berta, was sind diese goldenen Körnchen?", fragte Willi neugierig. Berta lächelte freundlich. "Das ist Pollen, lieber Willi", erklärte sie. "Pollen kommt von den Blumen." Willis Augen wurden groß. "Und was macht man damit?", wollte er wissen. "Komm mit", sagte Berta. "Ich zeige es dir."

Berta und Willi flogen zur bunten Wiese. Überall blühten Blumen in vielen Farben. Rote Mohnblumen, blaue Kornblumen und gelbe Sonnenblumen. "Sieh mal hier", sagte Berta. Sie landete auf einer großen Sonnenblume. In der Mitte der Blume lag goldener Pollen. "Die Blumen machen den Pollen", erklärte Berta. Willi berührte den Pollen vorsichtig. Er klebte an seinen Beinen!

"Jetzt sammeln wir den Pollen", sagte Berta. Sie zeigte Willi, wie man es macht. Mit ihren Beinen sammelte sie den goldenen Staub. Dann formte sie kleine Kügelchen daraus. "Das ist wie Zauberei!", rief Willi begeistert. Er versuchte es selbst. Erst fiel der Pollen herunter. Aber dann klappte es! Willi hatte sein erstes Pollenkügelchen gemacht. "Gut gemacht!", lobte Berta.

Mit vollen Pollenkörben flogen sie zurück. Willi war sehr stolz auf seine Sammlung. Der Pollen leuchtete golden an seinen Beinen. "Ist das schwer zu tragen?", fragte Berta. "Ein bisschen", gab Willi zu. Aber er flog tapfer weiter. Der Wind trug sie sanft durch die Luft. Bald sahen sie den Bienenstock vor sich. "Gleich sind wir da!", rief Berta fröhlich.

Im Bienenstock war viel los. Viele Bienen arbeiteten fleißig. "Was machen sie alle?", fragte Willi. "Sie verarbeiten den Pollen und Nektar", antwortete Berta. Willi beobachtete die geschäftigen Bienen. Manche kamen mit Pollen an. Andere flogen wieder hinaus. Es war wie ein großer Tanzplatz. "Jeder hat seine Aufgabe", erklärte Berta. Willi wollte alles genau sehen.

Berta führte Willi zu den Wabenzellen. "Hier legen wir den Pollen ab", sagte sie. Willi sah zu, wie Berta ihren Pollen in eine Zelle legte. Andere Bienen kamen und mischten etwas hinzu. "Was ist das?", fragte Willi gespannt. "Das ist Nektar, der süße Saft der Blumen", erklärte Berta. Die Bienen arbeiteten zusammen wie ein Team. Alles war gut organisiert.

"Und jetzt passiert die Magie", flüsterte Berta. Die Bienen fächerten mit ihren Flügeln. Whooosch, whooosch! Der Wind trocknete die Mischung langsam. "Warum machen sie das?", wollte Willi wissen. "Das Wasser muss verdunsten", erklärte Berta. Willi versuchte auch zu fächeln. Seine kleinen Flügel schwirrten schnell. Es machte richtig Spaß! "Du hilfst schon mit", lobte Berta.

Tage vergingen. Willi kam jeden Tag zurück. Er wollte sehen, was passiert war. Die Mischung wurde dicker und dicker. "Wann wird es Honig?", fragte Willi ungeduldig. "Bald", versprach Berta lächelnd. "Gute Dinge brauchen Zeit." Willi lernte zu warten. Er half anderen Bienen beim Sammeln. Jeden Abend schaute er nach seinen Wabenzellen. Langsam verstand er die Arbeit der Bienen.

Eines Morgens rief Berta: "Willi, komm schnell!" Willi flog so schnell er konnte. Berta stand vor seiner Wabenzelle. "Schau mal", sagte sie stolz. In der Zelle glänzte goldener Honig! Willi konnte es kaum glauben. "Ist das wirklich Honig?", fragte er aufgeregt. "Ja, das ist er", bestätigte Berta. Willi durfte probieren. Der Honig schmeckte wunderbar süß!

"Jetzt verstehe ich!", rief Willi glücklich. "Der Pollen tanzt in der Luft. Wir sammeln ihn von den Blumen. Dann mischen wir ihn mit Nektar. Wir fächeln mit den Flügeln. Und dann wird daraus Honig!" Berta klatschte mit ihren Flügeln. "Ganz genau, Willi!" Die anderen Bienen summten zustimmend. Willi war so stolz. Er hatte das Geheimnis gelernt!

Am nächsten Morgen flog Willi wieder hinaus. Die Sonne schien hell und warm. Wieder sah er den goldenen Pollen tanzen. Aber jetzt wusste er, was es war. "Hallo, kleiner Pollen!", rief Willi fröhlich. "Ich weiß jetzt dein Geheimnis!" Er sammelte eifrig den tanzenden Staub. Willi war keine gewöhnliche Biene mehr. Er war ein richtiger Honigmacher! Die Magie der Natur war wunderbar.