

Es war ein sonniger Morgen auf dem Marktplatz. Plötzlich blieb die große Uhr stehen! Alle Leute schauten nach oben. "Oh nein!", rief die Bäckerin. "Wie spät ist es jetzt?" Der Bürgermeister kam angelaufen. "Wir müssen die Uhr reparieren!", sagte er. Aber die Uhr war so hoch. Niemand konnte hinauf klettern. Alle waren ratlos. Was sollten sie nur tun?

Stefan der Storch flog über den Marktplatz. Er trug seine roten Stiefel und seinen Tiroler Hut mit der Feder. Stefan sah die vielen Menschen unten. "Was ist denn hier los?", fragte er neugierig. Er landete elegant auf dem Brunnen. Die Bäckerin zeigte nach oben. "Die Uhr ist kaputt!", rief sie. Stefan nickte mit seinem langen Schnabel. "Ich kann nachsehen!", sagte er fröhlich.

Stefan breitete seine großen Flügel aus. Er flog hoch, immer höher hinauf. Die Menschen jubelten von unten. Stefan kreiste um den Uhrenturm. Seine roten Stiefel glänzten in der Sonne. Er kam näher und näher zur Uhr. "Ich schaue mir das genau an!", rief er nach unten. Vorsichtig flog er um die Zeiger herum. Endlich war er ganz nah dran.

Stefan schaute sich die Uhr genau an. Er beugte seinen langen Hals vor. Da sah er es! Ein kleiner Ast steckte zwischen den Zeigern. "Aha!", rief Stefan laut. "Ich habe das Problem gefunden!" Die Menschen unten konnten ihn hören. "Was ist es?", rief der Bürgermeister. "Ein Ast blockiert die Zeiger!", antwortete Stefan. Jetzt wussten alle, was los war.

Stefan überlegte kurz. Wie konnte er den Ast entfernen? Seine Flügel waren zu groß. Aber sein Schnabel war perfekt! "Ich kann das schaffen!", sagte er zu sich selbst. Stefan flog noch näher heran. Er musste sehr vorsichtig sein. Die Uhr war alt und kostbar. "Pass auf, Stefan!", riefen die Leute unten. Stefan nickte entschlossen mit seinem Hut.

Stefan packte den Ast mit seinem Schnabel. Er zog vorsichtig daran. Der Ast bewegte sich ein bisschen. Aber er steckte noch fest. Stefan zog noch einmal. Seine roten Stiefel baumelten in der Luft. "Komm schon!", murmelte er. Die Feder auf seinem Hut wackelte. Endlich! Der Ast löste sich ein wenig. Stefan musste weiter ziehen!

Stefan zog mit aller Kraft. Seine Flügel schlugen schnell. Der Ast bewegte sich mehr und mehr. "Du schaffst das, Stefan!", riefen die Kinder unten. Stefan hörte ihre Rufe. Das gab ihm neue Energie. Er zog ein letztes Mal ganz fest. Plötzlich kam der Ast frei! Stefan hielt ihn in seinem Schnabel. Alle Menschen jubelten laut!

Stefan flog mit dem Ast nach unten. Er legte ihn auf dem Marktplatz ab. Dann schauten alle zur Uhr hinauf. Zuerst passierte nichts. Dann bewegte sich der große Zeiger! "Tick, tock, tick, tock!", machte die Uhr. Sie funktionierte wieder! Die Menschen klatschten und lachten. Die Bäckerin umarmte ihre Tochter. Der Bürgermeister strahlte. Stefan verbeugte sich stolz.

"Danke, Stefan!", riefen alle zusammen. Der Bürgermeister schüttelte Stefans Flügel. "Du bist unser Held!", sagte er. Die Bäckerin brachte frische Brezeln. "Für unseren mutigen Storch!", lachte sie. Stefan wurde ganz rot im Gesicht. Sein Hut rutschte ein bisschen. "Es war mir eine Freude!", sagte er bescheiden. Er knabberte glücklich an einer Brezel.

Die Menschen organisierten ein kleines Fest. Musik spielte auf dem Marktplatz. Kinder tanzten um den Brunnen. Stefan tanzte in seinen roten Stiefeln mit. Seine Feder wippte im Takt. Alle hatten großen Spaß. Die Sonne schien warm herunter. Die Uhr zeigte die richtige Zeit. Es war ein wunderschöner Tag! Stefan fühlte sich sehr glücklich.

Der Bürgermeister hatte noch eine Bitte. "Stefan, willst du unser offizieller Uhren-Wächter werden?", fragte er. Stefan war überrascht und geehrt. "Ich?", fragte er. "Ja, du!", riefen alle. Stefan nickte stolz mit seinem Kopf. "Das mache ich gerne!", sagte er. Von nun an würde er regelmäßig nach der Uhr schauen. Das Städtchen hatte einen zuverlässigen Helfer gefunden.

Die Sonne ging langsam unter. Stefan saß auf dem Brunnenrand. Er schaute zur Uhr hinauf. Sie tickte perfekt weiter. Tick, tock, tick, tock. Stefan lächelte zufrieden. Seine roten Stiefel glänzten im Abendlicht. Die Feder an seinem Hut wehte sanft im Wind. "Was für ein schöner Tag!", dachte er. Morgen würde er wieder vorbeifliegen. Das Städtchen konnte sich auf ihn verlassen.