

Fritz der Frosch saß am Teich und sonnte sich. Seine gelbe Fliege glänzte in der Sonne. Plötzich hörte er ein leises Weinen. "Wer ist da?", rief Fritz. Er hüpfte zum Gras. Dort fand er eine kleine grüne Raupe. Sie sah sehr traurig aus. "Ich heiße Rosie", sagte die Raupe. "Ich habe mich verlaufen und bin so hungrig." Fritz lächelte freundlich. "Ich helfe dir!", versprach er.

Fritz und Rosie machten sich auf den Weg. "Was isst du gern?", fragte Fritz. "Saftige grüne Blätter", antwortete Rosie. Sie schauten unter Steinen nach. Dort waren keine Blätter. Sie schauten bei den Blumen nach. Auch dort nicht. Fritz überlegte. "Ich weiß wo Bäume stehen!", rief er fröhlich. Rosie wurde wieder hoffnungsvoll. "Zeig mir den Weg", bat sie. Fritz hüpfte voraus.

Sie kamen zu einem großen Baum. Fritz half Rosie hinauf. Rosie probierte ein Blatt. "Zu bitter!", sagte sie und verzog das Gesicht. Fritz nickte verständnisvoll. "Dann suchen wir weiter", meinte er. Sie kletterten wieder hinunter. Rosie war müde aber tapfer. "Du schaffst das", ermutigte Fritz. Seine großen Augen leuchteten freundlich. Zusammen gingen sie weiter. Die Sonne schien warm auf sie herab.

Am Weg trafen sie einen Marienkäfer. "Hallo, ich bin Karl", sagte er. "Sucht ihr etwas?" Fritz erzählte von Rosies Problem. Karl dachte nach. "Beim großen Busch gibt es leckere Blätter", schlug er vor. "Danke!", riefen Fritz und Rosie. Karl zeigte ihnen die Richtung. Sie winkten ihm zum Abschied. "Viel Glück!", rief Karl hinterher. Fritz und Rosie eilten zum Busch.

Der Busch war riesig und grün. Rosie krabbelte zu den Blättern. Sie biss hinein. "Mmm, besser!", sagte sie. Aber es war noch nicht perfekt. Fritz seufzte. "Wir finden dein Lieblingsblatt", versprach er. Rosie lächelte müde. Sie krabbelte weiter. Fritz hüpfte neben ihr her. "Du bist ein guter Freund", sagte Rosie. Fritz wurde warm ums Herz. Sie suchten weiter.

Hinter dem Busch stand ein kleiner Baum. Seine Blätter waren hellgrün und zart. "Versuch diese!", rief Fritz aufgeregt. Rosie krabbelte hinauf. Sie biss ins Blatt. Ihre Augen leuchteten. "Das ist es!", jubelte sie. "Das leckerste Blatt ever!" Fritz hüpfte vor Freude hoch. "Hurra!", rief er. Rosie aß und aß. Sie wurde runder und zufriedener. Fritz war so glücklich für sie.

Nach vielen Blättern gähnte Rosie. "Ich bin so müde", sagte sie. Fritz bemerkte etwas Seltsames. Rosie begann, einen Faden zu spinnen. "Was machst du?", fragte Fritz neugierig. "Ich weiß es nicht", antwortete Rosie. "Mein Körper macht es von selbst." Der Faden wurde zu einem Kokon. Rosie wickelte sich ein. "Fritz, hab keine Angst", flüsterte sie. Dann war sie still.

Fritz saß neben dem Kokon. Er wartete Tag für Tag. Die Sonne ging auf und unter. Fritz brachte Tau zum Kokon. "Guten Morgen, Rosie", sagte er jeden Tag. Er erzählte ihr Geschichten. Er sang ihr Lieder vor. Die Tage wurden zu Wochen. Fritz blieb immer da. "Ich warte auf dich", versprach er. Der Kokon hing still am Baum.

Eines Morgens sah Fritz etwas. Der Kokon begann zu wackeln. "Rosie?", rief Fritz aufgeregt. Das Wackeln wurde stärker. Ein Riss erschien im Kokon. Fritz hüpfte näher heran. Etwas schob sich heraus. Es war bunt und nass. Fritz konnte es kaum glauben. "Bist du das, Rosie?", fragte er staunend. Eine Stimme antwortete schwach. "Ja, ich bin es!"

Rosie krabbelte ganz heraus. Sie hatte nun bunte Flügel! Orange, gelb und schwarz. "Du bist wunderschön!", rief Fritz. Rosie schaute an sich herunter. "Was ist passiert?", fragte sie verwirrt. "Du bist ein Schmetterling!", erklärte Fritz. Rosies Flügel waren noch weich. Sie mussten trocknen. Fritz half ihr vorsichtig. Die Sonne wärmte die neuen Flügel. Langsam wurden sie fester.

"Versuch zu fliegen!", ermutigte Fritz. Rosie war nervös. Sie bewegte ihre Flügel langsam. Dann schneller und schneller. Plötzlich hob sie ab! "Ich fliege!", rief Rosie begeistert. Sie flog im Kreis. Fritz jubelte und hüpfte. "Das ist großartig!" Rosie flog höher und höher. Dann kam sie zurück zu Fritz. "Danke für alles", sagte sie gerührt. Fritz strahlte.

Rosie landete neben Fritz. "Du warst immer für mich da", sagte sie. Fritz nickte mit glänzenden Augen. "Das sind Freunde für", meinte er. Rosie flog eine Runde über dem Teich. Fritz schaute zu, voller Stolz. Jeden Tag kam Rosie ihn besuchen. Sie flogen und hüpften zusammen. Die gelbe Fliege und die bunten Flügel leuchteten. Ihre Freundschaft war für immer. Ende.
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