

Stefan der Storch saß auf dem höchsten Ast. Seine roten Stiefel glänzten in der Sonne. "Über den Wolken ist alles weiß und weich", sagte er. Die Waldvögel hörten aufmerksam zu. "Dort oben kann man die ganze Welt sehen!" Seine Feder am Tirolerhut wippte dabei. Die kleinen Vögel piepsten aufgeregt. "Erzähl uns mehr, Stefan!", riefen sie.

"Ich möchte auch so hoch fliegen", sagte die kleine Meise. Der Spatz nickte eifrig. "Aber wir sind doch so klein", piepste der Zaunkönig traurig. Stefan lächelte freundlich. "Jeder Vogel kann hoch fliegen lernen", sagte er. "Ihr müsst nur üben und mutig sein." Die Waldvögel schauten sich an. "Kannst du es uns beibringen?", fragten sie hoffnungsvoll.

Am nächsten Morgen trafen sich alle auf der Wiese. Stefan stand aufrecht da, sein Hut wippte im Wind. "Heute lernen wir starke Flügelschläge", erklärte er. Die Vögel breiteten ihre Flügel aus. "Auf und ab, auf und ab!", rief Stefan. Alle übten fleißig zusammen. Nach einer Weile waren die kleinen Flügel müde. "Morgen machen wir weiter", versprach Stefan.

"Heute fliegen wir zu den Baumspitzen", sagte Stefan. Die Waldvögel flatterten aufgeregt. Einer nach dem anderen flogen sie los. Die Meise schaffte es bis zur Tanne. Der Spatz erreichte die Eiche. "Sehr gut gemacht!", lobte Stefan. Seine roten Stiefel stampften vor Freude. "Bald sind wir bei den Wolken", rief er. Die Vögel jubelten laut.

"Der Wind ist euer Freund", erklärte Stefan. Er zeigte, wie man die Flügel spreizt. "So trägt euch die Luft nach oben." Die Vögel probierten es aus. Der Zaunkönig schwebte plötzlich höher. "Es funktioniert!", rief er begeistert. Alle folgten seinem Beispiel. Stefan nickte zufrieden unter seinem Hut. "Ihr lernt schnell, meine Freunde", sagte er stolz.

Nach vielen Übungstagen war es soweit. "Heute fliegen wir zur ersten Wolke", verkündete Stefan. Die Waldvögel zitterten vor Aufregung. Stefan flog voraus, seine Feder leuchtete. Die kleinen Vögel folgten tapfer. Höher und höher stiegen sie. Plötzlich waren sie von weißem Nebel umgeben. "Wir sind in der Wolke!", piepsten sie glücklich.

"Fühlt mal, wie weich es ist", rief die Meise. Die Vögel flatterten durch die Wolke. Es kribbelte an ihren Federn. Stefan lachte fröhlich. "Ist es nicht wunderbar hier oben?" Die Vögel drehten lustige Kreise. Der Spatz machte einen Purzelbaum. "Das ist wie Fliegen durch Watte", rief der Zaunkönig begeistert.

Stefan führte sie über die Wolke hinaus. "Schaut mal da unten!", sagte er. Die Waldvögel staunten mit großen Augen. Der Wald sah so klein aus. Der Fluss glänzte wie ein silbernes Band. "Dort ist unser Zuhause", piepste die Meise. Alle schauten hinunter. "Die Welt ist so groß", flüsterte der Spatz ehrfürchtig.

Plötzlich flogen andere Vögel vorbei. "Hallo", rief eine Schwalbe. "Was macht ihr hier oben?" Stefan stellte seine Schüler vor. "Sie lernen das Wolkenfliegen", sagte er stolz. Die Schwalben waren beeindruckt. "Ihr seid sehr mutig", sagten sie. Die Waldvögel wurden ganz rot vor Freude. "Stefan ist ein toller Lehrer", piepsten sie.

Plötzlich kam starker Wind auf. Die kleinen Vögel wackelten. "Keine Angst", rief Stefan ruhig. "Erinnert euch an die Übungen!" Die Vögel spreizten ihre Flügel weit. Der Wind trug sie sanft weiter. "Wir schaffen das", rief die Meise. Zusammen flogen sie sicher durch den Wind. Stefan war sehr stolz auf seine Schüler.

"Jetzt seid ihr richtige Wolkenflieger", sagte Stefan. Er setzte seinen Hut ab. "Ihr habt alles gelernt, was wichtig ist." Die Waldvögel strahlten vor Glück. "Danke, lieber Stefan", sangen sie im Chor. Stefan verbeugte sich tief. Seine roten Stiefel glitzerten. "Ihr wart wunderbare Schüler", sagte er. "Jetzt könnt ihr jederzeit hierher kommen."

Jeden Tag trafen sich die Vögel nun bei den Wolken. Sie erzählten den anderen Waldtieren davon. Stefan besuchte sie oft dort oben. Zusammen flogen sie durch die weiße Watte. Sie spielten Fangen in den Wolken. Die Freundschaft wurde immer stärker. "Die Wolkenschule war das Beste", sagte die Meise. Alle stimmten fröhlich zu.