

Hans der Bergbock stand auf einem Felsen. Er schaute zum hohen Berg hinauf. Der Wind blies kalt. "Der arme Berg", sagte Hans. "Er muss frieren." Seine goldenen Hörner glänzten in der Sonne. Hans wollte dem Berg helfen. Aber wie? Er dachte lange nach. Dann hatte er eine Idee!

"Ich weiß es!", rief Hans fröhlich. "Ich schenke dem Berg einen Schal!" Er hüpfte aufgeregt herum. "Aber aus was?", überlegte er. Der Nebel kam jeden Morgen. Der Nebel war weich und warm. "Ein Nebelschal!", rief Hans. "Das ist perfekt!" Er konnte es kaum erwarten, anzufangen.

Eine weise Eule saß im Baum. "Was machst du da, Hans?", fragte sie. Hans erzählte von seinem Plan. Die Eule lachte laut. "Ein Schal aus Nebel? Das ist unmöglich!" Hans wurde traurig. Aber er gab nicht auf. "Der Berg braucht Wärme", sagte er leise. Die Eule flog kopfschüttelnd davon.

Ein dickes Murmeltier kam vorbei. "Hallo Hans! Was tust du?" Hans erklärte seine Idee wieder. Das Murmeltier kicherte. "Nebel kann man nicht halten!" Es rollte sich vor Lachen. Hans blieb stark. "Ich versuche es trotzdem", sagte er. Das Murmeltier lachte noch mehr. Dann verschwand es in seinem Bau.

Ein roter Fuchs schlich herbei. "Was macht der kleine Bergbock?" Hans erzählte vom Nebelschal. Der Fuchs grinste breit. "Berge können nicht frieren!", sagte er spöttisch. "Sie sind aus Stein!" Hans senkte den Kopf. Aber sein Herz sagte etwas anderes. "Jeder braucht Fürsorge", flüsterte Hans. Der Fuchs lachte und lief weg.

Hans saß allein auf seinem Felsen. Alle hatten über ihn gelacht. Tränen füllten seine Augen. Aber dann schaute er zum Berg. Der Berg stand still und stark. "Ich gebe nicht auf", sagte Hans mutig. Seine goldenen Hörner leuchteten. Er würde dem Berg helfen. Egal, was die anderen sagten!

Am nächsten Morgen kam der Nebel. Er war dick und weich. Hans streckte seine Hufe aus. Er versuchte, den Nebel zu sammeln. Der Nebel glitt durch seine Hufe. Hans versuchte es wieder. Und wieder. Langsam lernte er. Der Nebel begann, ihm zu folgen.

Hans bewegte sich vorsichtig. Der Nebel folgte ihm wie ein Band. Er führte den Nebel zum Berg. Höher und höher stieg er. Seine kleinen Hufe waren geschickt. Der Nebelschal wurde länger. Hans war müde, aber glücklich. Er war fast am Gipfel. Nur noch ein kleines Stück!

Endlich erreichte Hans den Gipfel. Vorsichtig legte er den Nebel um den Berg. Der Nebelschal schmiegte sich sanft an. Er sah wunderschön aus. Hans lächelte stolz. "Jetzt bist du warm", sagte er zum Berg. Der Berg stand still und stark. Aber Hans fühlte, dass er dankbar war.

Die Eule, das Murmeltier und der Fuchs kamen angerannt. Sie sahen den Nebelschal am Berg. Ihre Augen wurden groß. "Das ist ja wunderschön!", rief die Eule. Das Murmeltier nickte. "Unglaublich!", sagte der Fuchs leise. Sie hatten sich geirrt. Hans hatte es geschafft. Alle schauten staunend zu.

Die Tiere kamen zu Hans. "Es tut uns leid", sagten sie. "Wir hätten nicht lachen sollen." Hans lächelte freundlich. "Das ist schon gut", sagte er. "Fürsorge ist wichtig. Für alle!" Die Tiere verstanden nun. Auch große Dinge brauchen Liebe. Auch Berge brauchen Freunde. Hans hatte ihnen viel beigebracht.

Von diesem Tag an waren alle Freunde. Sie kümmerten sich umeinander. Die Eule teilte ihre Weisheit. Das Murmeltier teilte sein Essen. Der Fuchs wurde freundlicher. Und Hans? Er schaute jeden Tag zum Berg. Der Nebelschal kam immer wieder. Die Fürsorge blieb für immer. Alle waren glücklich zusammen.