

Pickel der Igel kuschelte sich in sein weiches Blätterbett. Sein blauer Schal lag neben ihm. "Was für ein langer Tag", gähnte er. Seine Stacheln kitzelten die Blätter. Pickel schloss seine kleinen Augen. "Manchmal sind meine Stacheln so unbequem", murmelte er leise. Der Mond schien durchs Fenster. Bald schlief Pickel tief und fest. Seine kleinen Pfoten zuckten im Traum. Was würde er heute Nacht träumen?

Pickel öffnete die Augen in seinem Traum. Er stand auf einer sonnigen Wiese. Etwas fühlte sich anders an. Sehr anders! Pickel drehte sich um und schaute auf seinen Rücken. "Oh!", rief er überrascht. Seine Stacheln waren verschwunden! Sein Rücken war glatt und weich wie Samt. "Keine Stacheln mehr!", lachte er fröhlich. Pickel tanzte über die Wiese. Endlich konnte er sich überall anlehnen!

"Das ist wunderbar!", jubelte Pickel. Er legte sich auf den Rücken im weichen Gras. Das hatte er noch nie machen können! Die Sonne wärmte seinen glatten Bauch. Pickel rollte sich hin und her. Keine stacheligen Punkte mehr! Er rieb seinen Rücken an einem Baum. "So angenehm!", seufzte er glücklich. Pickel fühlte sich leicht wie eine Feder. Was würde er als Nächstes machen?

Plötzlich hörte Pickel ein lautes Knacken. Ein großer Fuchs kam aus dem Wald! Der Fuchs leckte sich die Lippen. "Ein leckerer Igel!", sagte der Fuchs hungrig. Pickel wollte sich zusammenrollen wie immer. Aber ohne seine Stacheln war das nutzlos! Der Fuchs kam näher und näher. Pickel spürte, wie sein Herz schnell schlug. "Hilfe!", rief er ängstlich. Er rannte so schnell er konnte!

Pickel rannte über die Wiese. Seine kurzen Beine liefen so schnell sie konnten. Der Fuchs war direkt hinter ihm! "Komm zurück, kleiner Igel!", rief der Fuchs. Pickel suchte verzweifelt nach einem Versteck. Normalerweise würden seine Stacheln ihn schützen! Aber jetzt hatte er nichts. Er sprang hinter einen großen Stein. Pickel zitterte am ganzen Körper. Der Fuchs schnüffelte um den Stein herum.

Pickel rannte weiter durch den Traumwald. Plötzlich flog eine Eule über ihm! Die Eule hatte scharfe Krallen. "Ein weicher Igel!", rief die Eule. Auch sie wollte Pickel fangen! Pickel sprang unter einen Busch. Dornen kratzten seinen glatten Rücken. "Autsch!", schrie er. Früher hätten seine Stacheln ihn geschützt! Jetzt war alles so schwierig. Pickel vermisste seine Stacheln plötzlich sehr.

Pickel fand eine sichere Höhle. Er versteckte sich darin und weinte. "Ich dachte, ohne Stacheln wäre alles besser", schluchzte er. Tränen liefen über seine Wangen. "Aber jetzt kann mich jeder fangen!" Pickel fühlte sich klein und schwach. Seine Stacheln waren nicht nur unbequem gewesen. Sie waren sein Schutz! Sie waren seine Rüstung! "Ich vermisse meine Stacheln", flüsterte Pickel traurig. Die Höhle fühlte sich kalt an.

Pickel dachte über alles nach. "Meine Stacheln sind meine Superkraft!", erkannte er. Ohne sie war er verletzlich und allein. Die Stacheln machten ihn zu dem, wer er war. Sie schützten ihn vor Gefahren. "Ich war dumm", sagte Pickel zu sich selbst. Er hatte sich über seine Stacheln beschwert. Aber sie waren ein Geschenk! Pickel wünschte sich sehnlichst, wieder normal zu sein.

"Ich will meine Stacheln zurück!", rief Pickel laut. Er schloss fest seine Augen in der Höhle. "Bitte, bitte, gebt mir meine Stacheln zurück!" Seine kleine Stimme hallte an den Wänden. Pickel wünschte sich nichts sehnlicher. Ein warmes Gefühl durchströmte seinen Körper. Alles um ihn herum begann zu leuchten. Die Traumwelt begann sich zu drehen. Pickel spürte ein vertrautes Kribbeln auf seinem Rücken.

Pickel öffnete seine Augen mit einem Ruck. Er lag wieder in seinem Blätterbett! Der Morgen dämmerte durch sein Fenster. Schnell fühlte Pickel nach seinen Stacheln. "Sie sind da!", jubelte er erleichtert. Alle seine wunderbaren Stacheln waren wieder da! Es war nur ein Traum gewesen! Pickel umarmte sich selbst vorsichtig. Er band seinen blauen Scarf um. "Ich bin so froh!", lachte er.

Pickel ging nach draußen in den sonnigen Wald. Er fühlte jede einzelne Stachel auf seinem Rücken. "Ihr seid wunderbar!", sagte er zu seinen Stacheln. Sie fühlten sich stark und schützend an. Pickel rollte sich zur Probe zusammen. Perfekt! Seine Rüstung funktionierte wie immer. Ein Schmetterling landete vorsichtig auf einer Stachel. Pickel lächelte friedlich. Er würde sich nie wieder über seine Stacheln beschweren.

Pickel verbrachte den ganzen Tag fröhlich im Wald. Er sammelte Beeren und summte ein Lied. Sein blauer Scarf flatterte im Wind. Andere Tiere grüßten ihn freundlich. Niemand kam ihm zu nahe wegen seiner Stacheln. Und das war gut so! "Meine Stacheln sind meine Superkraft", sang Pickel. Er fühlte sich sicher und glücklich. Am Abend kuschelte er sich wieder ins Bett. Pickel schlief mit einem Lächeln ein.
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