

Fritz der Frosch saß auf seinem Lieblingsstein am Teich. Seine kleine gelbe Fliege glänzte in der Sonne. "Was für ein schöner Tag!", rief er fröhlich. Die Vögel sangen und die Schmetterlinge tanzten. Fritz hüpfte ins Wasser und schwamm fröhlich umher. Plötzlich bemerkte er dunkle Wolken am Himmel. "Oh nein, ein Sturm kommt!", sagte Fritz besorgt. Der Wind wurde stärker und stärker.

Dicke Regentropfen begannen zu fallen. Platsch, platsch, platsch! Das Wasser im Teich tanzte wild. Fritz versteckte sich unter einem großen Blatt. "Dieser Regen ist sehr stark", murmelte er. Der Wind heulte laut durch die Bäume. Blitze erhellten den dunklen Himmel. Fritz zitterte ein wenig unter seinem Blatt. "Hoffentlich geht der Sturm bald vorbei", dachte er hoffnungsvoll.

"Hilfe! Hilfe!", hörte Fritz eine winzige Stimme. Er spitzte seine Ohren und lauschte genau. "Wo kommt diese Stimme her?", fragte Fritz laut. Er schaute über den Teich. Dort trieb ein kleines Stück Holz im Wasser. "Hilfe! Ich kann nicht weg!", rief die Stimme wieder. Fritz kniff seine großen Augen zusammen. Auf dem Holz saß eine kleine Ameise! Die Ameise winkte verzweifelt.

"Ich muss helfen!", rief Fritz entschlossen. Er nahm all seinen Mut zusammen. Der Regen war noch immer sehr stark. Die Wellen im Teich waren hoch und wild. "Hab keine Angst, kleine Ameise!", rief Fritz. "Ich komme zu dir!" Seine gelbe Fliege flatterte im Wind. Fritz machte sich bereit für die Rettung. Er atmete tief ein und aus.

Fritz sprang mutig ins Wasser. Die Wellen waren stärker als erwartet. "Das schaffe ich!", ermutigte er sich selbst. Er schwamm mit kräftigen Zügen vorwärts. Der Regen prasselte auf seinen Kopf. Das Holzstück trieb weiter und weiter weg. "Warte auf mich!", rief Fritz der Ameise zu. Er schwamm schneller und schneller. Seine kleinen Beine arbeiteten hart.

Fritz kam näher und näher. Die Ameise rief: "Beeil dich, bitte!" Das Holz drehte sich im Wasser. Fritz schwamm mit aller Kraft weiter. Endlich erreichte er das Holzstück. "Ich bin hier!", rief Fritz erleichtert. Er klammerte sich am Holz fest. Die Ameise sah sehr verängstigt aus. "Danke, dass du gekommen bist!", sagte sie mit zitternder Stimme.

"Meine Beine kleben am Holz fest!", erklärte die Ameise. Fritz schaute genau hin. Baumharz hatte die Ameise festgeklebt. "Oh je, das ist schwierig", sagte Fritz nachdenklich. Er versuchte vorsichtig, die Ameise zu befreien. Aber das Harz war sehr klebrig. "Nicht aufgeben!", sagte Fritz bestimmt. Die Wellen schaukelten das Holz hin und her. Fritz hielt sich gut fest.

"Ich habe eine Idee!", rief Fritz plötzlich. "Der Regen kann uns helfen!" Fritz ließ das Regenwasser über das Harz laufen. Langsam wurde das Harz weicher. "Es funktioniert!", jubelte die Ameise. Fritz arbeitete geduldig weiter. Das Wasser wusch das klebrige Harz weg. Nach einer Weile war die erste Beinchen frei. "Noch ein bisschen mehr!", ermutigte Fritz. Die Ameise hatte wieder Hoffnung.

Nach vielen Versuchen war die Ameise frei! "Ich kann mich wieder bewegen!", rief sie glücklich. Fritz lächelte stolz. "Jetzt müssen wir zum Ufer schwimmen", sagte er. Die Ameise kletterte auf Fritz' Rücken. "Halt dich gut fest!", warnte Fritz. Er begann, zurück zum Ufer zu schwimmen. Der Regen wurde langsam schwächer. "Wir schaffen das zusammen!", sagte Fritz zuversichtlich.

Fritz schwamm tapfer durch die Wellen. Die Ameise hielt sich an seiner gelben Fliege fest. "Du bist sehr stark!", sagte die Ameise bewundernd. Fritz schwamm und schwamm. Das Ufer kam langsam näher. "Gleich haben wir es geschafft!", rief Fritz. Seine Beine wurden müde, aber er gab nicht auf. Endlich erreichten sie seichtes Wasser. Fritz' Füße berührten den Boden.

Fritz und die Ameise erreichten das sichere Ufer. Die Ameise kletterte von Fritz' Rücken. "Danke, danke, danke!", rief sie freudig. Fritz lächelte erschöpft aber glücklich. Der Regen hatte fast aufgehört. Die Sonne lugte durch die Wolken. "Du bist ein echter Held!", sagte die Ameise. Fritz wurde ganz rot vor Freude. "Ich bin froh, dass ich helfen konnte", antwortete er bescheiden.

"Du hast mir das Leben gerettet", sagte die Ameise. "Jetzt sind wir Freunde fürs Leben!" Fritz strahlte vor Glück. Seine gelbe Fliege glänzte wieder im Sonnenlicht. "Ich heiße übrigens Anna", sagte die Ameise. "Und ich bin Fritz", antwortete der Frosch. Ein wunderschöner Regenbogen erschien am Himmel. Fritz und Anna saßen zusammen und bewunderten ihn. Es war der Beginn einer besonderen Freundschaft.
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