

Hans der Bergbock stand auf seinem Felsen und schaute hoch. Die Sterne funkelten hell am Nachthimmel. "Sie sind so nah!" dachte Hans. "Vielleicht kann ich sie berühren!" Seine goldenen Hörner glänzten im Sternenlicht. Hans sprang aufgeregt hin und her. "Ich muss nach oben klettern!" sagte er laut. Die Sterne zwinkerten ihm zu. Hans träumte davon einen Stern zu fangen.

Am nächsten Morgen erwachte Hans früh. "Heute Nacht werde ich die Sterne erreichen!" sagte er. Er übte den ganzen Tag das Klettern. Von Fels zu Fels sprang er geschickt. Seine kleinen Hufe fanden jeden Halt. "Ich werde der beste Kletterer!" rief Hans fröhlich. Die Sonne schien warm auf sein graues Fell. Hans konnte es kaum erwarten bis es dunkel wurde.

Als die Sonne unterging machte Hans sich auf den Weg. Er kletterte höher und höher den Berg hinauf. Die Sterne erschienen am Himmel. "Jetzt hole ich euch!" rief Hans mutig. Er streckte seine Hufe nach oben. Aber die Sterne blieben weit weg. "Ich muss noch höher klettern" dachte Hans. Müde legte er sich zum Schlafen hin.

Am nächsten Abend versuchte Hans es erneut. Er fand einen noch steileren Weg. Seine goldenen Hörner leuchteten im Mondlicht. "Diesmal schaffe ich es bestimmt!" sagte er hoffnungsvoll. Hans kletterte über glatte Felsen. Er sprang über kleine Spalten. Oben angekommen streckte er sich. Doch die Sterne waren noch immer fern.

"Warum kletterst du so hoch?" piepste eine kleine Stimme. Hans drehte sich um. Ein winziges Murmeltier schaute ihn an. "Ich möchte die Sterne berühren" erklärte Hans. Das Murmeltier kicherte leise. "Die Sterne sind sehr weit weg" sagte es freundlich. "Aber du kannst es ja weiter versuchen!" Hans nickte dankbar. "Kommst du mit mir?" fragte er.

Hans und das Murmeltier kletterten zusammen. "Dort oben ist ein hoher Gipfel!" zeigte das Murmeltier. "Da sind die Sterne bestimmt näher!" sagte Hans aufgeregt. Sie halfen einander über schwierige Stellen. Hans war froh einen Freund zu haben. Die Nacht war kühl aber schön. Gemeinsam erreichten sie eine breite Bergwiese. "Morgen klettern wir weiter" sagten beide.

Nach vielen Tagen erreichten sie den höchsten Gipfel. Hans stand ganz oben und streckte sich. Seine Hufe griffen ins Leere. "Die Sterne sind noch immer so weit!" rief er enttäuscht. Das Murmeltier setzte sich neben ihn. "Schau mal wie schön es hier ist" sagte es sanft. Hans schaute sich um. Der Himmel war riesig und voller funkelnder Sterne.

Hans legte sich auf den warmen Fels. Er schaute lange zum Sternenhimmel hinauf. "Es sind so viele Sterne" flüsterte er staunend. "Siehst du das Sternenmuster dort?" fragte das Murmeltier. Hans sah genauer hin. Die Sterne bildeten wunderschöne Formen. "Das sieht aus wie ein großer Bär!" rief Hans begeistert. Seine Augen leuchteten vor Freude.

"Vielleicht muss ich die Sterne nicht berühren" sagte Hans nachdenklich. "Sie sind auch von hier wunderschön." Das Murmeltier nickte zustimmend. "Manchmal ist der Weg das Ziel" piepste es weise. Hans verstand jetzt. Die Reise nach oben war aufregend gewesen. Er hatte einen Freund gefunden. Und der Himmel war überall schön anzusehen.

Jede Nacht kamen Hans und das Murmeltier zum Gipfel. Sie lagen auf dem Fels und schauten hoch. "Heute sehe ich einen Stern der wandert!" rief Hans. "Das ist eine Sternschnuppe!" erklärte das Murmeltier. Hans machte sich einen Wunsch. Der Himmel zeigte ihnen jeden Abend etwas Neues. Die beiden Freunde lachten und erzählten Geschichten.

Bald hörten andere Tiere von Hans und seinem Sternenhimmel. Ein Hase kam vorbei. Dann ein Fuchs und ein Eichhörnchen. "Dürfen wir auch die Sterne anschauen?" fragten sie. "Natürlich!" sagte Hans fröhlich. Alle Tiere legten sich zusammen auf den Gipfel. Der Himmel funkelte für sie alle. "Danke Hans dass du uns hierher gebracht hast!"

Hans war nun der glücklichste Bergbock am ganzen Berg. Er hatte die Sterne nicht berührt aber etwas Besseres gefunden. Freunde die mit ihm den Himmel bewunderten. "Die Sterne sind genau richtig wo sie sind" sagte Hans zufrieden. Seine goldenen Hörner glänzten im Sternenlicht. Der weite Himmel war wunderschön. Und Hans wusste dass er jeden Abend hier sein würde.