

Kiki das kleine Wildschweinchen liebte seinen Glücksknopf über alles. Die goldene Eichel trug er immer bei sich. "Damit bin ich sicher", sagte Kiki jeden Morgen. Er streichelte die glänzende Eichel sanft. Heute wollte er im Eichelwald spielen. Die Sonne schien warm durch die Bäume. Kiki hüpfte fröhlich über Wurzeln und Steine. "Was für ein schöner Tag!", rief er glücklich. Der Glücksknopf baumelte an seiner Schnur um seinen Hals.

Kiki spielte Verstecken hinter den großen Eichen. Er kroch durch dichtes Gebüsch und sprang über Bäche. Plötzlich blieb die Schnur an einem Ast hängen. "Rums!" Die Schnur riss und der Glücksknopf fiel herunter. Kiki merkte es erst nicht und spielte weiter. Als die Sonne tiefer stand, griff er nach seinem Hals. "Oh nein! Mein Glücksknopf!", schrie Kiki erschrocken. Sein Herz klopfte wild. Wo war die goldene Eichel nur?

Kiki schaute zum Himmel. Die Sonne würde bald untergehen. "Ohne meinen Glücksknopf kann ich nicht nach Hause", flüsterte er ängstlich. Seine Beine zitterten. Jeder Schatten sah plötzlich gruselig aus. "Was soll ich nur tun?", fragte Kiki sich selbst. Er setzte sich unter einen Baum. Tränen liefen über seine Schnauze. "Ich muss ihn finden", sagte er entschlossen. Kiki stand wieder auf und begann zu suchen.

Kiki suchte unter Blättern und Zweigen. Nichts! Dann sah er etwas glitzern. Kleine Tautropfen funkelten im Sonnenlicht wie Diamanten. Sie bildeten eine Spur durch den Wald. "Wie seltsam", murmelte Kiki. Die funkelnden Tropfen führten tiefer in den Wald hinein. Kiki folgte ihnen vorsichtig. "Vielleicht führen sie zu meinem Glücksknopf", hoffte er. Sein Herz schlug schneller. Die Spur führte zu einer großen Eiche.

"Hallo da unten!", rief eine laute Stimme. Kiki schaute nach oben. Auf einem Ast saß eine schwarz-weiße Elster. "Wer bist du?", fragte Kiki schüchtern. "Ich bin Elsa, die Elster", sagte der Vogel stolz. "Ich sammle alles, was glänzt und funkelt." Elsa hüpfte aufgeregt hin und her. "Suchst du etwas Besonderes?", fragte sie neugierig. Kikis Augen leuchteten auf. "Meine goldene Eichel! Hast du sie gesehen?"

Elsa nickte eifrig. "Eine goldene Eichel? Oh ja, ich habe heute etwas Glänzendes gefunden!" Kiki sprang vor Freude. "Wo ist sie? Wo ist mein Glücksknopf?" "In meinem Nest, ganz oben im Baum", sagte Elsa. Kiki schaute nach oben. Das Nest war sehr, sehr hoch. "So hoch kann ich nicht klettern", sagte Kiki traurig. Elsa überlegte einen Moment. "Vielleicht kann ich dir helfen", piepste sie freundlich.

"Ich habe eine Idee", sagte Elsa. "Aber du musst mutig sein." Kiki schluckte nervös. "Ohne meinen Glücksknopf bin ich nicht mutig." "Unsinn!", rief Elsa. "Du bist doch schon mutig! Du hast die ganze Zeit gesucht." Kiki dachte nach. Das stimmte eigentlich. "Was ist dein Plan?", fragte er zaghaft. "Du kletterst ein Stück, ich helfe dir von oben", erklärte Elsa. Kiki nickte langsam. "Ich versuche es."

Kiki stellte sich vor den Baum. Seine Beine zitterten wieder. "Du schaffst das!", rief Elsa von oben. Kiki holte tief Luft. Er setzte einen Huf auf die erste Wurzel. Dann einen weiteren Huf höher. "Gut gemacht!", ermutigte Elsa ihn. Schritt für Schritt kletterte Kiki höher. Er schaute nicht nach unten. "Weiter so, kleiner Freund!", piepste Elsa fröhlich. Kiki fühlte sich ein bisschen mutiger.

Kiki kletterte immer weiter. Seine Hufe fanden Halt an der rauen Rinde. "Du bist schon fast hier oben!", rief Elsa aufgeregt. Der Wind wehte durch Kikis Borsten. Er war wirklich schon sehr hoch! "Ich kann das wirklich", flüsterte Kiki erstaunt. Sein Herz klopfte, aber nicht mehr vor Angst. Es war Aufregung! "Nur noch ein kleines Stück", ermutigte Elsa. Kiki streckte sich nach dem nächsten Ast.

Endlich erreichte Kiki Elsas Nest. Es war voller glänzender Dinge. Münzen, Glasstücke und Silberpapier lagen überall. "Wow", staunte Kiki. "Und da ist dein Glücksknopf!", sagte Elsa stolz. Die goldene Eichel lag in der Mitte des Nests. Kiki griff danach. Er hielt seinen Glücksknopf wieder in den Hufen. Aber etwas fühlte sich anders an. "Danke, Elsa", sagte Kiki glücklich.

Kiki schaute auf seine goldene Eichel. Dann schaute er nach unten. "Ich bin ganz allein hier hochgeklettert", sagte er überrascht. "Ja, das hast du", bestätigte Elsa. "Aber ich hatte doch meinen Glücksknopf nicht dabei!" Kiki verstand plötzlich. Der Mut war nicht in der Eichel. "Der Mut war die ganze Zeit in mir!", rief er freudig. Elsa nickte weise. "Genau! Du hattest ihn immer in deinem Herzen."

Zusammen kletterten Kiki und Elsa hinunter. Die Sonne stand jetzt tief am Himmel. "Ich muss nach Hause", sagte Kiki. Aber er hatte keine Angst mehr. "Kommst du mich morgen besuchen?", fragte Elsa hoffnungsvoll. "Sehr gerne!", antwortete Kiki fröhlich. Er trug den Glücksknopf wieder um den Hals. Aber jetzt wusste er: Der wahre Mut kam von innen. Mit einem Lächeln lief Kiki nach Hause. Sein Herz war voller Mut.