

Max malte ein buntes Bild für seine Oma. Er benutzte rote, gelbe und blaue Farben. "Oma wird sich freuen!", rief Max glücklich. Doch dann schaute er aus dem Fenster. Die Berge waren so hoch! "Wie kommt mein Bild zu Oma ins andere Tal?", fragte er seine Mama besorgt. Mama lächelte. "Vielleicht kann Stefan der Storch dir helfen", sagte sie.

Max ging nach draußen in den Garten. "Stefan! Stefan der Storch!", rief er laut. Plötzlich hörte er ein Flattern. Stefan landete mit seinen roten Stiefeln auf dem Zaun. Sein Tiroler Hut mit der Feder wackelte lustig. "Guten Tag, Max! Was kann ich für dich tun?", fragte Stefan freundlich. Max hielt sein Bild hoch. "Kannst du das zu meiner Oma bringen?"

Stefan betrachtete das schöne Bild genau. "Das ist ein wunderschönes Kunstwerk!", sagte er bewundernd. "Deine Oma wohnt im Sonnental, richtig?" Max nickte eifrig. "Ja, hinter den drei Bergen!" Stefan stellte sich ganz gerade hin. "Ich bringe es sicher zu ihr", versprach er stolz. Max strahlte. "Danke, lieber Stefan! Du bist der beste Briefträger!"

Stefan überlegte einen Moment. "Wir brauchen etwas, um das Bild zu schützen", sagte er klug. Max rannte ins Haus und holte eine Plastiktüte. Zusammen packten sie das Bild vorsichtig ein. Stefan band die Tüte mit einem Band an seinen Schnabel. "Perfekt!", rief Max. "Jetzt kann nichts passieren!" Stefan nickte zufrieden. "Die Luftpost ist startklar!"

Stefan breitete seine großen Flügel aus. "Bis bald, Max!", rief er fröhlich. Mit einem kräftigen Sprung erhob er sich in die Luft. Max winkte ihm nach. "Gute Reise, Stefan!" Der Storch flog höher und höher. Seine roten Stiefel leuchteten in der Sonne. Der Hut mit der Feder saß fest auf seinem Kopf. Bald war Stefan nur noch ein kleiner Punkt am Himmel.

Stefan flog über den ersten Berg. Der Wind war stark, aber er flog mutig weiter. "Ich schaffe das!", sagte er zu sich selbst. Über dem zweiten Berg sah er einen Adler. "Guten Tag!", grüßte der Adler. "Was trägst du da?" "Luftpost für eine Oma!", antwortete Stefan stolz. Der Adler nickte anerkennend. "Das ist aber nett von dir!"

Stefan flog über den dritten Berg. Dort unten lag das Sonnental! Er sah kleine Häuser und grüne Wiesen. "Wo wohnt wohl Omas Haus?", überlegte Stefan. Er kreiste über dem Tal. Dann entdeckte er ein Haus mit einem roten Dach. Eine ältere Dame winkte zu ihm hoch. "Das muss Omas Haus sein!", rief Stefan freudig.

Stefan flog langsam nach unten. Er landete sanft vor dem Haus mit dem roten Dach. Die alte Dame kam aus der Tür. "Bist du Stefan der Storch?", fragte sie freundlich. Stefan verbeugte sich höflich. Sein Hut rutschte dabei fast vom Kopf. "Ja, das bin ich! Ich bringe Post von Max!" Omas Augen leuchteten vor Freude.

Stefan gab Oma vorsichtig das Paket. Oma packte es mit zitternden Händen aus. Als sie das bunte Bild sah, strahlte sie. "Oh, wie wunderschön!", rief sie glücklich. Tränen der Freude rollten über ihre Wangen. "Max hat das für mich gemalt?" Stefan nickte stolz. "Extra für dich! Er hat sich sehr Mühe gegeben." Oma drückte das Bild an ihr Herz.

"Warte hier, Stefan!", sagte Oma und ging ins Haus. Sie kam mit einem Stück Kuchen zurück. "Das ist für deine weite Reise", sagte sie herzlich. Stefan freute sich riesig. "Danke, liebe Oma!" Er aß den leckeren Kuchen auf. Dann schrieb Oma einen kurzen Brief. "Kannst du Max einen Gruß zurückbringen?", fragte sie hoffnungsvoll.

Stefan nahm Omas Brief in seinen Schnabel. "Natürlich bringe ich ihn zurück!", versprach er. Er winkte zum Abschied. Dann flog er wieder los über die drei Berge. Der Rückweg war leichter. Der Wind kam von hinten und half ihm. Stefan sang ein fröhliches Lied. Die Sonne schien warm auf seine roten Stiefel. Bald sah er Max' Dorf wieder.

Stefan landete in Max' Garten. "Ich bin zurück!", rief er fröhlich. Max rannte sofort nach draußen. "Hat Oma mein Bild bekommen?" Stefan nickte begeistert. "Sie hat sich riesig gefreut!" Er gab Max Omas Brief. Max las ihn und strahlte. "Danke, Stefan! Du bist ein toller Freund!" Stefan lächelte glücklich. Die Luftpost hatte alle froh gemacht.