

Pickel der Igel trug seinen blauen Schal und spielte im Garten. Die Sonne ging unter. Schatten wurden länger und dunkler. "Oh nein!", rief Pickel. "Die Schatten kommen!" Er rannte schnell nach Hause. Sein Herz klopfte laut. Mama Igel fragte: "Was ist los, Pickel?" "Die Schatten machen mir Angst", flüsterte er. Mama umarmte ihn sanft. "Morgen helfe ich dir", sagte sie liebevoll.

Am nächsten Abend war es wieder dunkel. Pickel blieb im Haus. Er schaute aus dem Fenster. Überall waren Schatten. "Sie sehen gruselig aus", dachte Pickel. Ein großer Schatten bewegte sich. Pickel versteckte sich hinter Mama. "Das ist nur ein Baum im Wind", erklärte Mama. "Aber er sieht so anders aus", sagte Pickel nervös. Mama lächelte. "Schatten sind nicht gefährlich, mein Kleiner."

"Ich habe eine Idee", sagte Mama. "Komm morgen früh mit mir raus." Pickel nickte unsicher. Am Morgen gingen sie in den Garten. Die Sonne schien hell. "Sieh deinen Schatten an", sagte Mama. Pickel schaute nach unten. Da war ein kleiner dunkler Igel auf dem Boden. "Das bin ich!", rief Pickel überrascht. "Genau", lächelte Mama. "Dein eigener Schatten folgt dir überall hin."

Pickel sprang hoch. Sein Schatten sprang auch. Er winkte mit der Pfote. Der Schatten winkte zurück. "Hallo, Schatten!", rief Pickel fröhlich. Er drehte sich im Kreis. Sein Schatten drehte sich mit. "Du machst alles nach", lachte Pickel. Sein blauer Schal flatterte im Wind. Der Schatten des Schals bewegte sich auch. "Das macht Spaß!", rief Pickel begeistert. Mama beobachtete glücklich.

Den ganzen Tag spielte Pickel mit seinem Schatten. Er hüpfte und der Schatten hüpfte. Er machte lustige Formen. Der Schatten machte sie auch. "Kannst du mich fangen?", rief Pickel. Er rannte im Kreis herum. Aber der Schatten blieb immer bei ihm. Pickel lachte laut. "Du bist ein guter Freund!", sagte er zu seinem Schatten. Die Sonne wanderte über den Himmel. Der Schatten veränderte sich.

Eine Wolke bedeckte die Sonne. Pickels Schatten verschwand. "Oh nein! Wo bist du?", rief Pickel erschrocken. Er suchte überall. Mama kam zu ihm. "Dein Schatten kommt zurück, wenn die Sonne wieder scheint", erklärte sie. Die Wolke zog weiter. Die Sonne kam heraus. "Da bist du ja!", rief Pickel glücklich. Sein Schatten war wieder da. Pickel fühlte sich erleichtert.

Die Sonne ging langsam unter. Pickels Schatten wurde länger und länger. "Du wirst so groß!", staunte Pickel. Sein Schatten reichte jetzt bis zum Baum. "Bist du immer noch mein Freund?" fragte Pickel vorsichtig. Der lange Schatten bewegte sich mit ihm. Pickel fühlte sich etwas mutiger. "Vielleicht sind Schatten doch nicht so gruselig", dachte er. Die Dämmerung begann. Alles wurde dunkler.

"Möchtest du heute Abend nach draußen gehen?", fragte Mama. Pickel zögerte. "Ist mein Schatten auch da?" "In der Nacht gibt es viele Schatten", sagte Mama. "Aber sie sind alle freundlich wie deiner." Pickel nahm seinen Mut zusammen. "Ich versuche es", flüsterte er. Mama nahm seine Pfote. Zusammen gingen sie zur Tür. Pickel atmete tief ein. Sein Herz klopfte, aber er war bereit.

Draußen schien der Mond hell. "Schau", sagte Mama. Pickel sah seinen Schatten im Mondlicht. "Du bist immer noch hier!", rief Pickel froh. Der Mondschatten sah sanfter aus. Pickel machte einen kleinen Schritt. Sein Schatten folgte ihm. "Du beschützt mich, oder?", fragte Pickel seinen Schatten. Der Wind raschelte in den Blättern. Pickel lächelte mutig. Er fühlte sich sicherer als je zuvor.

Ein Kaninchenschatten hüpfte vorbei. "Guten Abend!", rief das Kaninchen. Pickel sah seinen Schatten neben dem Kaninchenschatten. "Die Schatten spielen zusammen", bemerkte Pickel erstaunt. Eine Eule flog über ihnen. Ihr Schatten glitt sanft über den Boden. "Sogar Schatten haben Freunde", dachte Pickel. Er fühlte sich nicht mehr allein. Die Nacht war voller freundlicher Schatten. Pickel war nicht mehr ängstlich.

"Mama, ich habe keine Angst mehr!", rief Pickel stolz. Er tanzte mit seinem Schatten im Mondlicht. Sein blauer Schal wehte fröhlich. "Ich wusste, du schaffst das", sagte Mama liebevoll. Pickel drehte sich um und sah all die Schatten. Sie waren nicht gruselig, sondern wunderschön. "Schatten sind wie stille Freunde", sagte Pickel weise. Die Nacht fühlte sich warm an. Pickel war sehr glücklich.

Jeden Abend ging Pickel nun nach draußen. Er spielte mit seinem Schatten bei Tag und Nacht. "Danke, dass du mir geholfen hast", sagte er zu seinem Schatten. Der Mond schien hell vom Himmel. Pickel kuschelte sich in seinen blauen Schal. "Die Dunkelheit ist gar nicht schlimm", dachte er. Er hatte einen Freund gefunden in seinem eigenen Schatten. Pickel hatte keine Angst mehr im Dunkeln.
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