

Poldi, der kleine blaue Drache, saß in seiner Höhle. Seine großen Augen schauten nach draußen. Der Himmel war so blau und schön. Poldi seufzte leise. Wie gerne würde er dort oben fliegen! Aber seine Flügel fühlten sich noch so klein an. Er kuschelte sich in sein weiches Nest. Vielleicht morgen, dachte er träumerisch. Die Sonne schien warm durch den Höhleneingang.

Poldi watschelte zum Höhleneingang. Dort sah er andere Drachen am Himmel fliegen. Sie drehten Kreise und machten Kunststücke. Poldi seufzte traurig. Seine Flügel hingen schlapp herunter. "Warum kann ich nicht auch fliegen?", fragte er sich leise. Ein großer grüner Drache zog vorbei. Poldi fühlte sich so klein. Seine Augen wurden ganz feucht. Er wünschte sich so sehr, auch fliegen zu können.

Mama Drache kam zu Poldi. Sie sah, dass er traurig war. Sanft legte sie ihren Flügel um ihn. "Mein kleiner Schatz", sagte sie liebevoll. "Jeder Drache lernt zu seiner Zeit fliegen." Sie strich ihm über den Kopf. Poldi kuschelte sich an Mama. "Wirklich?", fragte er hoffnungsvoll. Mama nickte warm. "Ganz bestimmt, mein Kleiner." Poldi fühlte sich schon etwas besser. Mamas Umarmung war so warm und weich.

Plötzlich hüpfte etwas Braunes heran. Es war Flink, ein fröhliches Eichhörnchen! "Hallo!", piepste Flink munter. Seine Augen funkelten neugierig. Poldi schaute überrascht. "Hallo", antwortete er schüchtern. Flink wedelte mit seinem buschigen Schwanz. "Warum bist du so traurig?", fragte das Eichhörnchen. Poldi erzählte von seinem Wunsch zu fliegen. Flink nickte verständnisvoll. "Ich kann dir helfen!", rief er fröhlich. Poldi schaute hoffnungsvoll auf.

Flink zeigte Poldi seine Sprünge. Von Ast zu Ast hopste er geschickt. "Schau, so mache ich das!", rief er. Poldi beobachtete aufmerksam. Flink sprang zu einem Felsen. Dann zu einem anderen. "Kleine Sprünge zuerst", erklärte Flink geduldig. Poldi nickte eifrig. Das sah gar nicht so schwer aus! Flink landete vor Poldis Füßen. "Jetzt bist du dran!", sagte er aufmunternd. Poldi spürte ein Kribbeln in seinem Bauch.

Poldi stellte sich auf einen kleinen Hügel. Sein Herz klopfte aufgeregt. "Du schaffst das!", rief Flink unten. Poldi atmete tief ein. Er breitete seine Flügel aus. Sie fühlten sich größer an als gedacht! Poldi konzentrierte sich ganz fest. Dann sprang er mutig los. Für einen kurzen Moment fühlte er sich leicht. Seine Flügel fingen den Wind. "Ich mache es!", dachte er glücklich. Der Boden kam langsam näher.

Poldi glitt durch die Luft! Der Wind strich über seine blauen Schuppen. Es fühlte sich wunderbar an! Seine Flügel trugen ihn sanft. "Ich fliege, ich fliege!", rief Poldi fröhlich. Flink jubelte unten. Die Welt sah von oben ganz anders aus. Poldi spürte die warme Sonne. Seine großen Augen leuchteten vor Freude. Das war das schönste Gefühl der Welt! Der Wind sang in seinen Ohren. Poldi lächelte überglücklich.

Poldi sah eine bunte Blumenwiese unter sich. Vorsichtig lenkte er seine Flügel. Die Landung kam näher und näher. Seine Füße berührten weich das Gras. Perfekt gelandet! Flink kam angehüpft. "Das war großartig!", piepste er begeistert. Poldi strahlte über das ganze Gesicht. "Ich habe es geschafft!", rief er glücklich. Die bunten Blumen wippten im Wind. Beide Freunde tanzten vor Freude. Es war der schönste Tag in Poldis Leben!

Jeden Tag übte Poldi nun. Von kleinen Hügeln sprang er los. Seine Flügel wurden stärker und stärker. Flink war immer dabei. "Höher, Poldi!", feuerte er an. Poldi traute sich mehr zu. Er flog über Bäume und Felsen. Mama Drache schaute stolz zu. Die anderen Drachen bemerkten Poldi. "Gut gemacht!", riefen sie. Poldi fühlte sich wie im Traum. Sein Traum wurde wahr!

Poldi wagte sich höher hinauf. Die Wolken waren zum Greifen nah! Er machte kleine Kurven in der Luft. Links, dann rechts. Das machte so viel Spaß! Flink winkte von einem Baum. Poldi winkte zurück mit seinem Flügel. Er fühlte sich stark und frei. Der Himmel gehörte jetzt auch ihm! Seine blauen Schuppen glänzten in der Sonne. Poldi lachte laut vor Glück. Er war nicht mehr der traurige kleine Drache.

Poldi wollte Flink danken. Er sammelte die schönsten Nüsse. Mit seinen Krallen trug er sie vorsichtig. Dann flog er zu Flinks Baum. "Für dich!", sagte Poldi glücklich. Flink freute sich riesig. "Danke, mein Freund!", piepste er. Die beiden umarmten sich. "Ohne dich hätte ich nie fliegen gelernt", sagte Poldi. Flink zwinkerte. "Freunde helfen sich!" Beide lächelten warm. Ihre Freundschaft war etwas ganz Besonderes.

Am nächsten Tag flog Poldi mit seiner Familie. Mama und Papa waren so stolz! Poldi flog zwischen ihnen. Seine kleinen Flügel schlugen kräftig. "Schau mal, wie gut er das kann!", sagte Papa. Mama lächelte liebevoll. Poldi strahlte vor Glück. Zusammen flogen sie über Berge und Täler. Die Sonne ging langsam unter. Der Himmel wurde orange und rosa. Poldi wusste: Er gehörte hierher. Nach Hause, in den Himmel, bei seiner Familie.