

Stefan der Storch stolzierte in seinen roten Stiefeln zum Teich. Sein Tiroler Hut mit der Feder wippte fröhlich. Am Ufer saß ein kleiner grüner Frosch. "Guten Tag!", rief Stefan freundlich. Der Frosch hüpfte aufgeregt. "Endlich jemand! Ich bin Prinz Friedrich!", quakte er. Stefan blinzelte überrascht. Ein Frosch als Prinz? Das war interessant! "Erzähl mir mehr", sagte Stefan neugierig.

"Eine böse Hexe hat mich verzaubert!", erklärte der Frosch dramatisch. Er hüpfte auf einen Stein. "Ich lebte in einem prächtigen Schloss. Hatte goldene Kronen und ein weiches Bett!" Stefan nickte nachdenklich. Der Frosch erzählte sehr überzeugend. "Wie wurde die Hexe böse?", fragte Stefan. "Ich habe ihr Lieblingskraut gegessen", gestand der Frosch kleinlaut. Stefan musste kichern. Das klang nach einem Missverständnis!

"Kannst du es beweisen?", fragte Stefan vorsichtig. Der Frosch überlegte. "Ich kenne höfische Tänze!" Er begann zu hüpfen und zu drehen. Links, rechts, Sprung, Verbeugung! Stefan klatschte begeistert mit seinen Flügeln. "Sehr elegant!", lobte er. Der Frosch strahlte. "Siehst du? Ein normaler Frosch kann das nicht!" Stefan musste zugeben, der Tanz war wirklich besonders. Vielleicht stimmte die Geschichte ja doch?

"Wir müssen die Hexe finden!", entschied Stefan mutig. Der Frosch quakte aufgeregt. "Sie wohnt im dunklen Wald!" Stefan stellte seine roten Stiefel fest auf den Boden. "Dann gehen wir dorthin!" Der Frosch kletterte auf Stefans Rücken. Gemeinsam marschierten sie los. Der Hut mit der Feder wehte im Wind. "Du bist ein guter Freund", sagte der Frosch leise. Stefan lächelte warm.

Der Wald war düster und mysteriös. Hohe Bäume warfen lange Schatten. "Dort drüben!", rief der Frosch. Er zeigte auf eine kleine Hütte. Rauch stieg aus dem Schornstein. Stefan schritt vorsichtig näher. Seine roten Stiefel knackten auf den Zweigen. "Bist du sicher?", flüsterte Stefan. Der Frosch nickte tapfer. Sie standen nun direkt vor der Tür. Was würde sie dort erwarten?

Stefan klopfte mutig an die Tür. Eine freundliche alte Frau öffnete. "Guten Tag! Wie kann ich helfen?", fragte sie lächelnd. Der Frosch versteckte sich hinter Stefans Hut. "Wir suchen eine Hexe", erklärte Stefan höflich. Die Frau lachte herzlich. "Ich bin Kräuterfrau Gertrud! Keine Hexe." Sie bot ihnen Tee an. Stefan und der Frosch schauten sich verwirrt an.

"Vielleicht meinst du die andere Frau?", fragte Gertrud. Sie zeigte tief in den Wald. "Dort lebt Magda. Sie mag keine Besucher." Der Frosch nickte eifrig. "Ja, das ist sie bestimmt!" Stefan bedankte sich für den Tee. Die beiden wanderten weiter. Der Wald wurde noch dichter. "Hab keine Angst", beruhigte Stefan den Frosch. "Wir schaffen das zusammen!" Der Frosch quakte zustimmend.

Ein schiefes Häuschen stand zwischen knorrigen Bäumen. Bunte Kräuter hingen überall. "Das ist es!", flüsterte der Frosch aufgeregt. Stefan atmete tief durch. Er klopfte dreimal laut an. Lange passierte nichts. Dann öffnete sich die Tür quietschend. Eine mürrische Frau mit wilden Haaren erschien. "Was wollt ihr?", brummte sie unfreundlich. Stefans Feder am Hut zitterte leicht. Jetzt wurde es spannend!

"Haben Sie einen Frosch verzaubert?", fragte Stefan höflich. Magda schaute genau hin. Plötzlich musste sie lachen. "Diesen Frosch? Der ist mein Nachbar vom Teich!" Der Frosch wurde ganz still. "Er hat eine blühende Fantasie", kicherte Magda. "Aber er ist kein Prinz." Stefan schaute zum Frosch. Der Frosch senkte verlegen den Kopf. "Es tut mir leid", quakte er leise.

Auf dem Rückweg war der Frosch sehr traurig. "Du bist sicher enttäuscht von mir", murmelte er. Stefan schüttelte sanft den Kopf. "Warum hast du es erfunden?", fragte er freundlich. Der Frosch seufzte. "Am Teich ist es manchmal langweilig. Ich wollte ein Abenteuer erleben." Stefan verstand das gut. "Du hättest einfach fragen können!" Der Frosch schaute hoffnungsvoll hoch. "Wirklich?"

"Natürlich!", sagte Stefan warm. "Freunde brauchen keine erfundenen Geschichten." Der Frosch hüpfte erleichtert. "Können wir trotzdem Freunde sein?", fragte er schüchtern. Stefan nickte mit seinem großen Kopf. "Die besten Freunde!" Sie erreichten den Teich. Die Sonne schien golden auf das Wasser. "Danke, dass du mir zugehört hast", sagte der Frosch. Stefan lächelte. "Immer gerne, kleiner Freund."

Am nächsten Tag kam der Frosch wieder. "Stefan! Ich habe eine Idee!", rief er aufgeregt. "Lass uns echte Abenteuer erleben!" Stefan setzte seinen Tiroler Hut gerade. "Was schlägst du vor?" Der Frosch strahlte. "Wir könnten den anderen Teichtieren Geschichten erzählen!" Stefan fand die Idee wunderbar. Gemeinsam begannen sie zu planen. Diesmal würden es wahre Geschichten ihrer Freundschaft sein. Das größte Abenteuer war gerade erst begonnen!