

Schneeflocken tanzten über Wipfelburg. Stefan der Storch stand auf dem Kirchturm. Seine roten Stiefel glänzten im Schnee. Die Feder an seinem Tiroler Hut wippte im Wind. Morgen ist Weihnachten, dachte er. Die Stadt braucht etwas Besonderes. Stefan hatte eine Idee. Er würde den höchsten Baum schmücken. Dann könnten alle die Lichter sehen. Das wird wunderbar, rief er fröhlich.

Stefan flog zum Marktplatz hinunter. Dort stand Frau Meier am Obststand. Guten Morgen, Stefan, sagte sie freundlich. Ich brauche Hilfe, antwortete Stefan. Wir müssen den großen Tannenbaum schmücken. Frau Meier nickte begeistert. Das ist eine wunderbare Idee. Ich hole Kugeln und Sterne. Stefan klatschte mit seinen Flügeln. Zusammen werden wir das schaffen. Wipfelburg wird strahlen wie nie zuvor. Frau Meier lächelte warm.

Stefan flog durch die verschneiten Straßen. Er klopfte an viele Türen. Habt ihr Lichter für den Baum, fragte er überall. Herr Schmidt gab ihm eine Lichterkette. Frau Klein brachte bunte Kerzen. Die Kinder aus der Schule bastelten Sterne. Jeder wollte helfen. Stefans Tasche wurde immer voller. Sein Herz wurde immer wärmer. Die Menschen in Wipfelburg sind so freundlich, dachte er glücklich. Bald haben wir alles zusammen.

Der große Tannenbaum stand am Stadtrand. Er war so hoch wie das Rathaus. Stefan flog zur Spitze hinauf. Von hier sieht man die ganze Stadt, rief er. Frau Meier winkte von unten. Kannst du die Lichterkette hochziehen. Stefan nickte und griff nach dem Kabel. Es war schwerer als gedacht. Seine roten Stiefel rutschten fast ab. Aber Stefan gab nicht auf. Langsam zog er die Lichter höher. Fast geschafft.

Stefan balancierte auf einem dicken Ast. Plötzlich rutschte sein Fuß weg. Wusch, er fing sich gerade noch. Die Lichterkette baumelte in der Luft. Vorsichtig Stefan, rief Frau Meier besorgt. Alles gut, antwortete Stefan tapfer. Er atmete tief durch. Dann wickelte er die Lichter um den Ast. Eins, zwei, drei, fertig. Der erste Teil war geschafft. Stefan grinste stolz. Das wird der schönste Baum aller Zeiten.

Nun kamen die Christbaumkugeln dran. Stefan hatte rote, goldene und silberne Kugeln. Frau Meier reichte sie ihm einzeln hoch. Stefan hängte jede Kugel vorsichtig auf. Sie glitzerten im Sonnenlicht wunderschön. Die Kinder unten klatschten begeistert. So schön, riefen sie alle zusammen. Stefan lächelte und winkte hinunter. Sein Tiroler Hut wackelte dabei lustig. Die Feder kitzelte seine Nase. Er musste niesen. Hatschi, aber er arbeitete weiter.

Ein besonderer Stern fehlte noch oben. Er war golden und wunderschön. Frau Meier hatte ihn selbst gebastelt. Das ist für die Spitze, sagte sie. Stefan nahm den Stern vorsichtig. Er flog zur allerhöchsten Spitze hinauf. Der Wind wehte stark hier oben. Stefans Hut drohte wegzufliegen. Er hielt ihn mit einer Hand fest. Mit der anderen setzte er den Stern auf. Perfekt, rief er triumphierend. Jetzt ist der Baum komplett.

Die Sonne ging langsam unter. Die Stadt wurde dunkel und still. Stefan drückte auf den Schalter. Plötzlich leuchtete der ganze Baum. Hunderte Lichter strahlten hell in die Nacht. Die Farben tanzten im Wind. Rot, gold, silber und blau. Oh, wie wunderschön, staunten alle Menschen. Sie kamen aus ihren Häusern gelaufen. Kinder jubelten vor Freude. Stefan fühlte sich so glücklich. Seine Arbeit hatte sich gelohnt.

Die Menschen versammelten sich um den Baum. Jemand begann ein Weihnachtslied zu singen. Alle stimmten mit ein. Stille Nacht, heilige Nacht. Stefan summte die Melodie mit. Seine Stimme klang lustig und tief. Die Kinder mussten lachen. Aber sie sangen trotzdem weiter. Frau Meier verteilte warme Plätzchen. Der Duft von Zimt lag in der Luft. Es war ein magischer Moment. Wipfelburg fühlte sich wie eine Familie an.

Der Bürgermeister trat nach vorne. Stefan, du hast etwas Wunderbares getan, sagte er. Die ganze Stadt dankt dir. Er überreichte Stefan eine kleine Medaille. Stefan wurde ganz rot vor Freude. Das war doch selbstverständlich, antwortete er bescheiden. Ich wollte nur helfen. Frau Meier umarmte ihn herzlich. Du bist ein wahrer Freund. Stefan spürte Tränen in den Augen. Frohe Weihnachten allen, rief er glücklich.

Es wurde immer kälter und dunkler. Aber der leuchtende Baum wärmte alle Herzen. Stefan flog auf das Kirchturmdach. Von hier hatte er die beste Aussicht. Die Lichter spiegelten sich in den Fenstern. Die Sterne am Himmel funkelten mit. Es begann wieder zu schneien. Große weiße Flocken fielen sanft herab. Stefan zog seinen Hut tiefer. Seine roten Stiefel hielten ihn warm. Was für ein perfekter Heiligabend.

Die Kirchenglocken läuteten Mitternacht. Frohe Weihnachten, riefen alle Menschen. Stefan breitete seine Flügel aus. Er war müde aber überglücklich. Der Baum leuchtete noch heller als zuvor. Die ganze Stadt war in Licht getaucht. Stefan dachte an den schönen Tag zurück. Gemeinsam hatten sie etwas Wunderbares geschaffen. Das ist das schönste Weihnachten, flüsterte er. Dann schlief er ein, zufrieden und warm. Wipfelburg träumte friedlich weiter.