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Im dämmrigen Innenraum des Bienenstocks liegt eine erschöpfte Bienenkönigin mit silberner Krone auf einem wachsfarbenen Bett, während Willi die Waldbiene vor ihr schwebt. Honigwaben glänzen im warmen Kerzenlicht, besorgte Bienen säumen den Gang.
Willi die Waldbiene flog durch den Bienenstock. Alle Bienen waren sehr besorgt. Die Königin lag schwach in ihrem Zimmer. „Was ist los?
Im beleuchteten Thronsaal des Bienenstocks steht eine ernste Hofbiene mit Wachsstab neben Willi die Waldbiene und deutet auf eine gezeichnete Karte. Gelbliches Wachslicht wirft Muster über die sechseckigen Wände.
Die Hofbiene sprach: „Die Königin braucht das Goldkraut. Es wächst hinter dem alten Bach.
Im hellen Vorratsraum des Bienenstocks zieht Willi die Waldbiene seine runden Fliegerbrille über die Stirn und verstaut ein winziges Säckchen in seinem Gürtel. Wachskerzen flackern gegen Regale voller Pollenkrüge.
Willi setzte seine Fliegerbrille auf den Kopf. Er packte eine kleine Tasche. „Ich werde das Kraut finden!
Über einem dicht bewaldeten Tal fliegt Willi die Waldbiene durch abendliches Halbdunkel; hohe Baumkronen werfen lange Schatten und leuchtende Augenpaare blitzen im Unterholz. Der Himmel färbt sich violett, Mondlicht glimmt zwischen schwankenden Ästen.
Willi flog über hohe Bäume. Der Wald wurde immer dunkler. Seltsame Geräusche kamen von überall. Aber Willi flog mutig weiter. Er dachte an die kranke Königin.
Auf einem sonnenbeschienenen Ast klammert sich ein roter Specht mit weißem Bauch, der den Schnabel hart gegen die Rinde schlägt, während Willi die Waldbiene daneben in der Luft hält. Holzsplitter fliegen, goldene Mittagsstrahlen durchdringen das Blattwerk.
Ein Specht hämmerte laut am Baum. „Hey, kleine Biene! Der Weg ist gefährlich!
Vor einer steilen grauen Felswand kämpft Willi die Waldbiene im stürmischen Nachmittagswind; seine zitternden Flügel werden von Luftwirbeln umtost. Oben ragen zerklüftete Vorsprünge, Gräser peitschen horizontal, helles Sonnenlicht blendet.
Willi erreichte eine hohe Felswand. Der Wind blies stark. Seine Flügel zitterten. Aber er flog tapfer nach oben. „Ich schaffe das!
Am klaren Waldbach, dessen Wasser funkelnd über runde Steine plätschert, landet Willi die Waldbiene auf einem moosigen Uferkiesel. Mittagssonne tanzt auf spritzenden Tropfen, Farnwedel rahmen die Szene.
Endlich hörte Willi Wasser plätschern. Der alte Bach lag vor ihm. Das Wasser glitzerte in der Sonne. „Hier muss das Kraut sein!
Unter schattigen Uferblättern späht Willi die Waldbiene zwischen aufgetürmten Kieselsteinen, sein Blick auf einen goldglänzenden Schimmer gerichtet. Gefiltertes Nachmittagslicht streift feuchte Moose und wirft Punkte auf das Wasser.
Willi suchte zwischen den Steinen. Er schaute unter Blättern. Wo war das goldene Kraut? Plötzlich sah er etwas glänzen. „Da ist es!
Hinter einem bemoosten Felsen pflückt Willi die Waldbiene vorsichtig die golden leuchtenden Blätter des Goldkrauts und steckt sie in sein kleines Säckchen. Spätnachmittagssonne lässt das Kraut wie flüssiges Metall schimmern.
Hinter einem großen Felsen wuchs das Kraut. Es leuchtete golden. Willi pflückte vorsichtig die Blätter. Er packte sie in seine Tasche. „Die Königin wird gesund!
Vor orange-rosa Abendhimmel surrt Willi die Waldbiene mit ausgebreiteten Flügeln hoch über die dunklen Baumwipfel, das Säckchen am Gürtel baumelnd. Die untergehende Sonne färbt Wolken golden, ferne Hügel verschwimmen im Dunst.
Willi flog so schnell er konnte. Seine Flügel summten laut. Er flog über den Wald zurück. Die Sonne ging langsam unter. Endlich sah er den Bienenstock!
Im königlichen Gemach des Bienenstocks legt Willi die Waldbiene die glänzenden Goldkrautblätter vor eine erschöpfte Bienenkönigin mit silberner Krone, schwaches Wachslicht tanzt auf Honigwaben. Ihr Gesicht hellt sich auf, Augen öffnen sich strahlend.
Willi brachte das Kraut zur Königin. Sie aß die goldenen Blätter. Ihre Augen öffneten sich. Sie lächelte. „Danke, mutiger Willi!
Im golden erleuchteten Hauptsaal des Bienenstocks schwebt Willi die Waldbiene strahlend über einer Wachsplattform, während jubelnde Bienen Runden tanzen. Honiglaternen werfen warme Muster auf die sechseckigen Wände und Blütenstaub glitzert im Luftstrom.
Alle Bienen jubelten für Willi. Die Königin war wieder gesund und stark. Willi war glücklich. Er hatte seine Königin gerettet. Der ganze Bienenstock feierte den kleinen Helden. „Du bist unser Held, Willi!