

Willi die Waldbiene summt fröhlich. Er trägt sein gelb-schwarzes Streifenshirt und seine Fliegerbrille auf dem Kopf. "Heute wird ein guter Tag!", sagt er. Die Sonne scheint warm. Willi fliegt von Blume zu Blume. Er sammelt süßen Nektar. Sein Stock ist nicht weit. Alles ist perfekt. Die anderen Bienen summen ein Lied. Willi summt mit. Er fühlt sich glücklich und sicher.

Plötzlich wird es dunkel. Große Wolken ziehen auf. Der Wind beginnt zu pusten. "Huuuuu!", macht der Wind laut. Willi hält sich an einer Blume fest. Aber der Wind wird stärker. "Lass mich los!", ruft Willi. Der Wind lacht frech. "Huuuuu!" Er pustet noch stärker. Willis Flügel flattern wild. Er kann sich nicht mehr festhalten. Der Wind trägt ihn hoch in die Luft.

Willi fliegt durch die Luft wie ein Blatt. "Hilfe!", ruft er. Der Wind wirbelt ihn herum. Unten sieht er den Wald. Die Bäume werden kleiner und kleiner. Seine Fliegerbrille rutscht fast vom Kopf. Willi hält sie fest. Der Wind lacht immer noch. "Das macht mir Spaß!", ruft der Wind. "Mir nicht!", ruft Willi zurück. Dann wird der Wind langsamer. Willi sinkt nach unten.

Willi landet sanft auf einem Ast. Er schaut sich um. Nichts sieht bekannt aus. "Das ist nicht mein Wald!", sagt er leise. Die Bäume sind anders. Die Blumen sind anders. Willi fühlt sich klein und allein. "Wie finde ich nach Hause?", fragt er sich. Seine Flügel sind müde. Sein Herz klopft schnell. Willi setzt sich hin. Er muss nachdenken. Was soll er nur tun?

Willi fliegt ein bisschen umher. Er sucht nach etwas Bekanntem. Aber er findet nichts. "Ist da jemand?", ruft er. Niemand antwortet. Die Sonne steht schon tief. Bald wird es dunkel. Willi hat Angst. "Ich will nach Hause!", sagt er. Seine Stimme zittert. Er fliegt zu einem großen Stein. Dort setzt er sich hin. Willi ist traurig. Aber er gibt nicht auf.

Willi schließt die Augen. Eine Träne rollt über seine Wange. Da riecht er etwas. "Was ist das?", fragt er. Der Duft ist süß und bekannt. Willi öffnet die Augen. Er schnuppert mit seiner kleinen Nase. "Lavendel!", ruft er froh. Zuhause gibt es viele Lavendelfelder. Mama summt immer über dem Lavendel. "Das ist der Weg!", sagt Willi. Er steht auf. Seine Flügel zittern vor Freude.

Willi fliegt los. Er folgt dem Lavendelduft. Die Nase zeigt ihm den Weg. "Links oder rechts?", fragt er sich. Er schnuppert. "Links!", entscheidet er. Der Duft wird stärker. Willi fliegt schneller. "Das muss richtig sein!", sagt er. Seine Fliegerbrille sitzt fest auf dem Kopf. Seine Flügel summen laut. Der Lavendelduft führt ihn durch den fremden Wald. Willi ist nicht mehr traurig.

Willi fliegt über einen großen Hügel. Der Duft ist jetzt sehr stark. "Gleich bin ich da!", ruft er. Unten sieht er etwas Lila. "Lavendel!", jubelt Willi. Er fliegt schneller. Seine Flügel schlagen ganz schnell. Das Lavendelfeld ist groß und schön. Die lila Blüten wiegen sich im Wind. Willi erkennt es! "Das ist unser Feld!", ruft er glücklich. Sein Herz macht einen Sprung.

Willi fliegt über das Lavendelfeld. Der süße Duft macht ihn stark. "Nicht mehr weit!", sagt er. Er sieht den alten Baum. Den kennt er gut! Dann sieht er den Bach. Der glitzert in der Sonne. "Da lang!", ruft Willi. Er fliegt am Bach entlang. Jetzt erkennt er alles wieder. Die Steine, die Blumen, den Weg. "Ich habe es geschafft!", jubelt Willi.

Da ist er! Willis Stock hängt im großen Eichenbaum. "Zuhause!", ruft Willi laut. Er fliegt so schnell er kann. Seine Fliegerbrille glänzt in der Sonne. Sein gelb-schwarzes Shirt flattert im Wind. Die anderen Bienen hören ihn. Sie kommen heraus. "Willi!", rufen sie alle. "Du bist zurück!" Willi ist so glücklich. Tränen der Freude laufen über seine Wangen. Er ist endlich zuhause angekommen.

Alle Bienen umarmen Willi. "Wo warst du?", fragen sie. "Der Wind hat mich weggetragen!", erzählt Willi. "Ich war so weit weg!" Die Bienen hören aufmerksam zu. "Aber der Lavendelduft hat mir geholfen!", sagt Willi stolz. "Meine Nase hat mich nach Hause geführt." Die anderen Bienen summen bewundernd. "Gut gemacht!", sagen sie. Willi lächelt. Er ist müde aber glücklich. Endlich ist er sicher.

Am Abend sitzt Willi auf seinem Lieblingsplatz. Er schaut auf das Lavendelfeld. "Heute habe ich etwas gelernt", sagt er. Seine Fliegerbrille liegt neben ihm. Die Sonne geht unter. "Meine Nase ist ein guter Wegweiser", sagt Willi leise. Er ist stolz auf sich. Der freche Wind pustet sanft. "Tut mir leid", flüstert der Wind. Willi lächelt. "Alles gut", sagt er. Dann schläft Willi glücklich ein.